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Straßenbahnlinie 11

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Sie führt von Markkleeberg über Leipzig bis nach Schkeuditz und ist mit 22 Kilometern die längste Straßenbahnlinie der Stadt. Wir sind in die Linie 11 eingestiegen und erzählen elf Geschichten über Menschen entlang ihrer Strecke. Eine Entdeckungstour, die immer den Schienen folgt.

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Mal mitfahren? Setzt euch in die Fahrerkabine und fahrt ein Stück auf der Linie 11 mit.

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Wer Schnitzel und Eisbein essen will und dazu ein Bierchen zischeln, der ist im Gasthaus „Grüne Eiche“ richtig. Direkt neben der Wendeschleife der Linie 11 in Markkleeberg Ost liegt das historische Gasthaus, das 1877 erbaut wurde und nun seit fast 20 Jahren von Walburga König und Walter Bachmann betrieben wird. Beide 67 Jahre alt, gesprächig und verwachsen mit ihrem Lokal.

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Drinnen: Rustikale Gemütlichkeit, dunkle Holzvertäfelung im Gastraum, der Bierdunst vom Vorabend hängt noch in der Luft. Am Zapfhahn steht Walter Bachmann, ein Gastronom, der das Handwerk im Leipziger Parkhotel als Kellner gelernt hat. In den 80ern arbeitete er in einer Bierbar am Brühl, jenen „Tankstellen“, wie er sie nennt, in denen am Abend 300 bis 400 Liter Bier ausgeschenkt wurden - für etwa 60 Leute. Auch in die „Grüne Eiche“ kamen früher mehr Biertrinker, erzählt er.

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Walburga König und Walter Bachmann betreiben die "Grüne Eiche" seit fast 20 Jahren. Jetzt wollen sie das Lokal aufgeben.
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Zu DDR-Zeiten wurde das Lokal mit Kachelöfen beheizt. Ein großes Ofenrohr führte mitten durch den Gastraum. Die Bauern aus dem Ort trafen sich hier zum Bier, zur Messe kamen viele Besucher aus anderen Städten und dem Ausland. Am Sonntag qualmten die Fußballer das Lokal voll, erinnert sich Walburga König: „Die Luft konnte man schneiden.“ Die Nähe zur Straßenbahn 11 war dem Gasthof schon zu DDR-Zeiten von Nutzen. Damals fuhren viele Arbeiter aus den umliegenden Dörfern zu der Endhaltestelle, stellten ihre Räder im Hof der Gaststätte gegen ein kleines Entgelt ab und stiegen dann in die Straßenbahn Richtung Leipzig.

Als die beiden das Haus 1998 übernahmen, modernisierten sie vieles und richteten einen Freisitz ein. „Elektrik, Wasser, Heizung, Fußböden – alles neu“, zählt die Wirtin auf. Nur die Tische behielten sie. „Die sind fast so alt wie die Kneipe.“ Während ihr Mann sich um die Gäste kümmert, steht Walburga König in der Küche. Das Paar schmeißt den Laden allein. „Das ist hart“, sagt die Chefin. „Wenn der Biergarten voll ist am Abend, da kriegen Sie schon manchmal einen kleinen Abdreher.“ Viel Konkurrenz gibt es in dieser Ecke von Markkleeberg nicht: der Grieche gegenüber, die Bowlingbahn und noch zwei, drei andere Lokale ums Eck.

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Walburga König und Walter Bachmann betreiben die "Grüne Eiche" seit fast 20 Jahren. Jetzt wollen sie das Lokal aufgeben.
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Das Publikum ist gemischt: Im Sommer kommen Radtouristen, die Zunft der Zimmerleute trifft sich hier mit reisenden Gesellen und dazu die Stammgäste, viele Vereine, selbst aus Borna und Espenhain. Auch die pensionierten Straßenbahnfahrer der Linie 11 kommen in der „Eiche“ vierteljährlich zusammen, trinken Bier und erzählen von den alten Zeiten. Einmal kehrte der DDR-Radsportler Egon Adler hier ein, mit der Radfahrer-Legende Täve Schur im Schlepptau, erinnert sich Walter Bachmann.

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Geöffnet ist das Gasthaus „Grüne Eiche“ täglich ab 17 Uhr, außer montags und dienstags, da ist Ruhetag. Bornaische Straße 70 , Haltestelle Markleeberg Ost
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Einige der älteren Gäste nennen die Kneipe noch nach dem Spitznamen des Wirtes, der sie in den 1920er-Jahren betrieb. „Die sagen nicht, wir fahren in die Eiche, sondern wir fahren zum Sockel“, sagt Walburga König. Es stört sie aber nicht. Das Gasthaus war eben schon immer eine feste Institution im alten Dorfkern von Markkleeberg. Die gebürtige Leipzigerin und den Zwickauer akzeptierten die Bewohner schnell, vertrauten ihnen bald ihre Sorgen an. Dass ein guter Kneiper auch Psychologe sein muss, dieser Spruch treffe auf ihn zu, sagt Walter Bachmann und grinst. „Ich kenne die Geheimnisse der Markkleeberger, auch von denen, die nicht herkommen.“

Mit ihren 67 Jahren haben die Wirtsleute nun ein Alter erreicht, in dem sie sich zur Ruhe setzen wollen. „Ich war mein Leben lang selbstständig, hab nur gearbeitet, hatte nie groß Urlaub“, sagt Walburga König. Gemeinsam entschieden sie, dass es jetzt gut ist mit der Plackerei. „Der Gasthof wird verkauft, fertig aus.“ Interessenten gebe es genug, allerdings wünscht sich das Paar, dass das Haus eine Gaststätte bleibt. Einige wollen aus den 900 Quadratmetern Wohnungen machen. „Da sträube ich mich noch“, sagt König. „Wenn es kein Lokal bleibt, dann tut das schon weh.“ Vielleicht aber bleibt ihnen bald nichts anderes übrig, als so einen Vorschlag zu akzeptieren. Zum Jahresende wollen beide das Haus los sein. Bis dahin aber wird weiterhin selbst Gekochtes serviert. Bald beginnt die Pilzsaison.

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Geöffnet ist das Gasthaus „Grüne Eiche“ täglich ab 17 Uhr, außer montags und dienstags, da ist Ruhetag. Bornaische Straße 70 , Haltestelle Markleeberg Ost
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An heißen Tagen herrscht vor dem Eisladen „Vanille und Zimt“ Trubel. Kinder mit verschmierten Mündern tollen herum, Mütter und Väter mit Kinderwagen und Tragegurten unterhalten sich. Sie alle drängen sich auf den Bänken vor dem Eisladen an der Ecke.

Drinnen saust Marlen Krebel hin und her, schiebt Eiscreme in braune Waffeln, gießt Eiskaffee in Pappbecher und sprüht Sahne auf Erdbeereisbecher. Die Luft ist stickig in dem Geschäft, doch Hauptsache das Eis schmilzt nicht.

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Seit zwei Jahren arbeitet die 32-Jährige in der Eismanufaktur in Connewitz, da kaufte ihr Chef den kleinen Laden an der Bornaischen Straße, unweit der Haltestelle Klemmstraße, an der die Straßenbahn 11 hält.

„Eis ohne großen Schnick-Schnack“ verkauft die Leipzigerin hier an die Leckermäulchen der Stadt. 16 wechselnde Sorten sind im Angebot; die meisten werden in der Waffel auf die Hand verkauft, es gibt nur wenige Eisbecher. Echte Stammgäste sind die Schüler des benachbarten Louise-Otto-Peters-Gymnasiums, die nach Schulschluss erst einmal ein Eis schlecken.

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„Die Kinder mögen vor allem Kaugummi-Eis“, sagt Krebel. Alle Sorten sind glutenfrei. Insgesamt stellen Marlen Krebel und ihr Kollege Falko Herrmann über 100 verschiedene Sorten Eiscreme selbst her.

Die Produktion findet nur fünf Straßen entfernt statt. Während einer der beiden den Laden betreut, ist der andere damit beschäftigt, Milch zu pasteurisieren und Obst, Zucker und Wasser zu Fruchteis zusammenzurühren. „Wir verwenden nur richtige Früchte“, stellt Marlen Krebel klar. Teilweise werden die wie der Rhabarber frisch weiterverarbeitet oder tiefgekühlt, wie es bei Erdbeeren der Fall ist.

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Die Manufaktur beliefert 25 weitere gastronomische Einrichtungen in Leipzig und Umgebung – Cafés, Bäckereien, Gaststätten und andere Eisläden. Täglich stellen die beiden etwa 300 Liter Eiscreme her. Mehr als im Vorjahr, weil neue Abnehmer dazugekommen sind. Die Nachfrage sei in diesem Sommer sehr gut, sagt Krebel. „Wir können uns momentan vor Arbeit nicht retten.“ Nachmittags hat die Eisverkäuferin Unterstützung von einer Aushilfe, ansonsten würde sie den Andrang gar nicht bewältigen.

Der Eisladen „Vanille und Zimt“ hat in der Saison wochentags von 12 bis 18 Uhr, am Wochenende von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Eine Kugel kostet 1,20 Euro. Bornaische Straße 102, Haltestelle Klemmstraße

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Jens Beutner fährt seit 27 Jahren Straßenbahn in Leipzig, hauptsächlich die Linien 9, 10, 11 und 16. Von seiner Wohnung in Markkleeberg-West radelt der 52-Jährige täglich zum Straßenbahnhof nach Dölitz, wo seine Schicht beginnt. Privat fährt Beutner eher selten mit der Bimmel. Da steigt er lieber aufs Rad oder nimmt das Auto.

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„Ich bin seit 31 Jahren bei der LVB. In Heiterblick habe ich damals Fahrzeugschlosser gelernt, ich bin also ein eingesessener LVB-ler. Eigentlich könnte ich ein Buch schreiben über alles, was ich erlebt habe - viel Positives und ein paar negative Sachen. Viele denken ja, Straßenbahn fahren ist ein eintöniger Beruf, das ist aber eigentlich nicht der Fall. Man muss sich ständig auf neue Situationen einstellen und man sieht ja ständig neue Leute.“

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„Die Linie 11 verbindet drei Städte – Schkeuditz, Leipzig und Markleeberg. Das ist, glaube ich, einmalig in unserer Region. Es ist wunderschön mit der 11 zu fahren. Man hat den kompletten Süden in Connewitz, dann fährt man die ganze Karl-Liebknecht-Straße entlang mit der Kneipenmeile, dem pulsierenden Leben in der Stadt, dann am Zentrum vorbei mit den vielen Sehenswürdigkeiten.

Im Norden fährt man fast die komplette Georg-Schumann-Straße entlang. Dort sehe ich täglich die Veränderungen, von Monat zu Monat entstehen dort neue Sachen, werden Häuser rekonstruiert oder neu gebaut – da ist immer Ballett. Ab Wahren kommt dann ein bissel das Ländliche. Da kann man übers Feld fahren. In den Morgen- oder Abendstunden hat man dort oft Nebelschwaden oder sieht den Sonnenuntergang, das ist der romantische Teil der Strecke.“

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Jens Beutner über den Stress in seinem Job und eine Prügelei mit einem Fahrgast

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„Am liebsten fahre ich die XXL, die längste Straßenbahn, die wir in Leipzig haben. Das ist für mich eine wunderbare Straßenbahn. Die ist sehr angenehm zu fahren, auch für die Passagiere, weil der Fahrgastraum klimatisiert ist. Die Tatras sind eben historisch, das sind die einzigen Bahnen, die man noch mit dem Fuß fährt. Die anderen werden von Hand betrieben. Wenn ich mich entscheiden müsste, würde ich lieber eine XXL-Bahn nehmen.“

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„Als Straßenbahnfahrer muss man das komplette Liniennetz der LVB kennen, außerdem alle Fahrzeugtypen, alle Haltestellen und alle Weichen. Das ist besonders wichtig bei Umleitungen. Das Fahren ist Konzentrationssache. Es ist durchaus stressig, aber den Stress darf man nicht so an sich ranlassen. Man muss von seinem Wesen her ausgeglichen sein und sollte eine Art siebten Sinn im Blut haben, also erahnen, was gleich passieren könnte. Das bringt dann auch die Routine. Man darf sich nicht über jeden Rad- oder Autofahrer, der bei Rot fährt, aufregen. Sonst kommt man nicht in den Schlaf.“

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„In meinen 27 Jahren als Straßenbahnfahrer hatte ich auch schon Unfälle. Viele Verkehrsteilnehmer unterschätzen den Bremsweg einer Straßenbahn. Bei 50 Kilometern pro Stunde kommt man erst nach etwa 45 Metern zum Stehen. In den 90er-Jahren hatte ich einen tödlichen Unfall in der Karl-Liebknecht-Straße, da ist mir leider ein Passant mit seinem Fahrrad vor die Bahn gelaufen. Ich hatte keine Chance mehr. Es hat eine Weile gedauert, das zu verarbeiten. Ich wurde dann erstmal in den Rangierdienst versetzt. Man muss sich langsam wieder rantasten, irgendwann schafft man das.“

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„Der Job ist natürlich eine Einschränkung im persönlichen Leben, denn durch das Schichtsystem muss ich oft dann arbeiten, wenn ein Großteil der Familie und Freunde frei hat. Man hat dann zwar mal in der Woche frei, was auch nicht schlecht ist, aber an der Party Samstagabend kann ich oft nicht teilnehmen.

3.48 Uhr beginnt der Frühdienst, ich mag die Mittel- oder Spätdienste lieber, da fahre ich spätestens 1.50 Uhr zurück ins Depot. Im Großen und Ganzen aber ist es schon ein sicherer Job, denn ich denke in Leipzig werden immer Straßenbahnen fahren. Was den Verdienst betrifft, da will ich nicht meckern, aber bei dem Job, den wir machen, könnte man schon ein bisschen mehr verdienen.“

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Der Bohrer rattert, schmirgelt unnötiges Material von dem Goldring ab, ein prüfender Blick – dann ist Luise Neugebauer vorerst zufrieden. Ganze vier Stunden dauert es, bis die Schmuckdesignerin ein Paar Eheringe fertiggestellt hat. Bei einer gegossenen Form muss sie den Gusskanal aussägen, den Ring verschleifen, polieren, die Kanten nacharbeiten. Die Ringe, die sie gerade bearbeitet, kosten etwa 1000 Euro. Jedes Stück ein Unikat.

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Luise Neugebauer wohnt in Leipzig Connewitz. Zu ihrem Laden fährt sie entweder mit dem Rad oder sie läuft die Karli entlang. Wenn sie mal Straßenbahn fährt, dann aber meistens mit der Linie 11.
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Seit 2013 betreibt die 42-Jährige einen eigenen Laden auf der Karl-Liebknecht-Straße, unweit der Haltestelle Südplatz, anfangs noch gemeinsam mit einer befreundeten Modedesignerin. Als die das Geschäft vor zwei Jahren verließ, machte die gelernte Goldschmiedin allein weiter. Ohrringe, Ketten, Armbänder, Ringe und Manschettenknöpfe liegen zur Ansicht in den Auslagen. Preislich geht es bei 85 Euro los, vieles kostet zwischen 100 und 200 Euro. „Der Laden läuft gut“, sagt die Designerin. Durch die Lage auf der Karli komme ausreichend Laufkundschaft. Trotzdem findet Neugebauer noch Zeit, in ihrer Werkstatt im Laden den Schmuck zu fertigen, den sie verkauft.

Für ihre eigenen Kollektionen verwendet sie hauptsächlich Edelmetalle wie Gold und Silber, aber auch Porzellan, eine Masse, die sie zu Kügelchen formt. „Ein zeitintensives Material“, sagt Neugebauer und meint damit, dass sie an einer Porzellankette einige Stunden arbeitet. Für einen Anhänger formt sie zunächst kleine Kügelchen, die sie dann traubenweise zusammensetzt. Dann wird das Ganze glasiert, gebrannt, nachgeschliffen und auf eine Silberkette gefädelt. „Mein Schmuck ist eher schlicht, hat aber meistens ein Detail, das heraussticht.“

Nach ihrer Goldschmiede-Ausbildung studierte die gebürtige Leipzigerin Schmuckdesign in Heiligendamm. Doch das Handwerk allein war ihr zu langweilig. „Ich wollte nicht mein Leben lang acht Stunden lang am Werkbrett sitzen.“ Stattdessen hatte Neugebauer Lust, mit Materialien zu experimentieren, sich auszuprobieren, selbst zu gestalten.

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Luise Neugebauer wohnt in Leipzig Connewitz. Zu ihrem Laden fährt sie entweder mit dem Rad oder sie läuft die Karli entlang. Wenn sie mal Straßenbahn fährt, dann aber meistens mit der Linie 11.
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Luise Neugebauer über die Herstellung ihres Schmucks.

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Einmal pro Jahr entwirft sie nun im Schnitt eine eigene Kollektion. Die Ideen dafür holt sich die Designerin beispielsweise auf Spaziergängen in der Stadt, auf denen sie Strukturen oder besondere Materialien entdeckt. Die Impulse kommen spontan und finden dann Eingang in Ringe und Ohrhänger. Aktuell arbeitet Neugebauer an Kettenanhängern aus Holz und Porzellan. Die neuen Teile will sie im Oktober auf der Leipziger Grassi-Messe präsentieren.

Luise Neugebauers Laden liegt in der Karl-Liebknecht-Straße 79, Haltestelle Südplatz. Öffnungszeiten: montags geschlossen; dienstags, donnerstags, freitags 12 bis 18 Uhr, mittwochs 12 bis 16 Uhr, samstags 11 bis 15 Uhr luiseneugebauer.de

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David Karnahl fährt fast täglich mit der Linie 11 zur Arbeit bei dem Radiosender Regiocast. Für die Wellen PSR, Energie und RSA bereitet er die Lieder vor, die abgespielt werden, On-Air-Service heißt das in der Fachsprache. Dafür steigt er an der Haltestelle Kurt-Eisner/Karl-Liebknecht-Straße ein, am Wilhelm-Leuschner-Platz endet die Fahrt von gerade mal sieben Minuten.

„Bahn fahren ist für mich einfach am flexibelsten“, sagt der 28-Jährige, der aus Großzschepa bei Wurzen stammt und seit fünf Jahren in Leipzig lebt. „Mit dem Auto müsste ich noch Parkgebühren zahlen und mein Fahrrad hat keine Luft auf den Reifen.“

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David Karnahl über Freud und Leid in der Straßenbahn

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Karnahl legt öfter als DJ auf, produziert eigene elektronische House-Musik. Die Anregungen dafür holt er sich häufig aus der Bahn. „Ich beobachte die Menschen, versuche, mich in ihre Köpfe hineinzuversetzen.“

Eine Idee seiner letzten Single kam ihm in der Linie 11. „Ein kleiner Junge mit einer Violine auf dem Rücken gab mir die Inspiration noch etwas an dem Song zu ändern“, berichtet der Musikproduzent. Zu Hause tauschte er in dem Lied zwei Akkorde. „Manchmal ist es verrückt, wo die Ideen entstehen, diesmal waren es die Leipziger Verkehrsbetriebe, die daran Schuld sind“, sagt der DJ und lacht.

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Jennifer Struck steigt jeden Morgen am Historischen Straßenbahnhof in Möckern in die Linie 11 und fährt zum Hauptbahnhof. Dort setzt sie ihre Tour in der Linie 3 Richtung Knautkleeberg fort, wo sie sich in einer Druckerei zur Medientechnologin ausbilden lässt.

Irgendwann aber, da ist sich die 18-Jährige sicher, wird sie selbst eine Straßenbahn steuern. „Das ist auch als Quereinsteigerin möglich“, sagt sie. Drei Jahre dauert die Ausbildung. Schon Strucks Oma war Straßenbahnfahrerin. Warum das ihr Traumjob ist, kann die Leipzigerin begründen: „Man entdeckt dann mehr von der Stadt, als wenn man im Büro sitzt.“

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Jennifer Struck über ihren Traum vom Straßenbahnfahren

Struck ist mit einigen Fahrern befreundet, weiß um den Stress, den der Beruf mit sich bringt. „Vor der Konzentration der Fahrer habe ich echt Respekt“, sagt die junge Frau. Dennoch traut sie sich den Job zu. „Die Reflexe habe ich dafür.“

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Die Straßenbahn-Fotos

Bevor sie selbst ans Steuer darf, begnügt sich Jennifer Struck damit, die Bahnen zu fotografieren. Am besten gefallen ihr die alten Tatras – wegen der „robusten Ausstrahlung“. Noch mehr Fotos sieht man auf Jennifer Strucks Facebook-Seite.

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Jeden Morgen gegen 6.30 Uhr steigt Anett Sapok in Lützschena in die Straßenbahnlinie 11. Die Haltestelle ist nur zwei Minuten von ihrer Wohnung entfernt, was sie sehr bequem findet. 25 Minuten dauert die Fahrt in die Leipziger Innenstadt. Am Wilhelm-Leuschner-Platz verlässt die 33-Jährige die Bahn und geht zu Fuß zu ihrer Arbeitsstelle, einer Investmentbank. Am Nachmittag geht es mit der 11 wieder zurück nach Lützschena.

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Mit dem Rad wäre die Strecke zu weit, für ein Auto müsste Sapok ein Parkticket kaufen – da sei die Straßenbahn doch die beste Lösung, zumal ihr Arbeitgeber das Jobticket sponsert. Mit der Linie verbindet die aus Köthen in Sachsen-Anhalt stammende Frau fast nur Positives: „Ich erlebe meistens freundliche Fahrer, oft auch freundliche Fahrgäste.“

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Anett Sapok über ihre Erlebnisse in der Linie 11

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Es ist Donnerstag im TV-Club. Aus den Boxen wummern die Bässe, hunderte Feierfreudige tanzen zu Party-Chart-Musik, trinken Bier für zwei Euro. Der TV-Club, benannt nach den Tier- und Veterinärmedizinstudenten, die ihn 1970 gründeten, ist längst Kult in Leipzig.

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Gehören zum Orga-Team des TV-Clubs: Henrik Gunst, Antje Zobel und Christian Engel (v.l.)
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An einem riesigen runden Holztisch sitzen Christian Engel, Henrik Gunst und Antje Zobel – alle drei Mitglieder in jenem Verein, der den Leipziger TV-Club am Laufen hält. Christian Engel ist schon seit 20 Jahren dabei. Ursprünglich war der Club in der Johannisallee beheimatet. 1998 baute die Universität nebenan ein Gästehaus. „Die wollten uns dann da nicht mehr, wir mussten raus“, erzählt der 40-Jährige, der heute als Altenpfleger arbeitet und eher durch Zufall in den Verein kam. 1999 zog die Truppe dann in den ehemaligen Verladeschuppen am Chausseehaus in den Leipziger Norden um. Die ersten Gäste, die den Umzug nicht mitbekommen hatten, karrten die Mitglieder mit Shuttlebussen, die sie von der LVB mieteten, in das neue Domizil.

Der Verein brachte den heruntergekommen Schuppen auf Vordermann. Containerladungen voller Schutt schleppten die Mitglieder heraus, zogen Decken ein, verlegten Parkett selbst, bauten Toiletten, eine Garderobe und eine Bar ein. Immer donnerstags veranstalteten sie eine große Party, anfangs in nur einem Raum. Inzwischen wird auf zwei Floors getanzt, auf dem größeren läuft Mainstream-Musik von David Guetta bis DJ Bobo, auf dem kleineren kann experimentiert werden: Rock, Elektro, 70er-Jahre, zuletzt feierten sie dort eine Schlagerparty.

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Gehören zum Orga-Team des TV-Clubs: Henrik Gunst, Antje Zobel und Christian Engel (v.l.)
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Ein bisschen Spaß muss sein - immerhin schmeißen die Studenten der Tier- und Veterinärmedizin ihren Club ehrenamtlich.
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Früher sei der Zulauf noch größer gewesen, sagt Christian Engel, aber auch heute ist der Club donnerstags meistens voll. „Es steht immer eine Schlange hier.“ Maximal 700 Leute passen in den Bahnschuppen, manchmal muss der Verein einen Einlassstopp verhängen. Über die Hälfte des Publikums sind Studenten. Sie zahlen 1,50 Euro Eintritt, alle anderen sechs Euro, und trinken am liebsten Brawo - Brause mit Wodka. Mit den Einnahmen deckt der Verein die Kosten für Miete, Strom und Wasser. Alles, was zusätzlich erwirtschaftet wird, fließt in die Vereinskasse und damit in Paddeltouren, Filmabende und Weihnachtsfeiern. „Der Club finanziert den Verein“, sagt Henrik Gunst, Rechtsreferendar und für die Öffentlichkeitsarbeit des TV-Clubs verantwortlich.

Der Verein hat 70 Mitglieder, 600 Ehemalige und 60 so genannte Anwärter, erklärt der 27-Jährige. Erst wer innerhalb eines halben Jahres sechs Dienste im TV-Club verrichtet hat, darf richtiges Mitglied werden. Den Großteil der Ehrenamtlichen stellen die Tiermedizinstudenten. „Wir holen die Erstsemester direkt am Campus ab und bringen die hierher“, sagt Antje Zobel, inzwischen Tierärztin. Auch sie kam 2003 als Erstsemesterstudentin so in den Verein. Der Vorteil sei der Kontakt zu älteren Kommilitonen und Tiermedizinern. Durch das Netzwerk helfe der Club bei der Suche nach Praktikumsplätzen und Jobs, so die 33-Jährige.

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Ein bisschen Spaß muss sein - immerhin schmeißen die Studenten der Tier- und Veterinärmedizin ihren Club ehrenamtlich.
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Die Mitglieder des TV-Club-Vereins über ihren Studentenclub

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Wie lange wird es den TV-Club noch geben? Die Studenten sorgen sich um die Zukunft ihrer Location.
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 Aktuell beschäftigt die Mitglieder ein neues Problem. Kürzlich kaufte die CG-Gruppe ihre Partylocation und will in unmittelbarer Nähe ein neues Wohngebiet hochziehen. Der Club sorgt sich um seine Existenz. „Die bisherige Aussage ist, dass wir bleiben können“, sagt Henrik Gunst. Er hofft, dass einer der ältesten Studentenclubs Leipzigs nicht einfach dicht gemacht wird.

Trotz der Versprechungen sorgen sich die Mitglieder darum, wie es sein wird, wenn bald direkt neben ihrem Club Wohnungen entstehen. Jetzt ist das nächste Haus zumindest einige hundert Meter entfernt. „Großprojekte werden wir nicht angehen im nächsten Jahr, weil wir nicht wissen, wie es weiter geht“, sagt Antje Zobel. Heute aber konzentrieren sich die drei erst einmal auf die aktuellen Baustellen. Es ist noch viel vorzubereiten, bevor die Partymeute eintrudelt.

Der TV-Club, Theresienstraße 2, Haltestelle Chausseehaus, öffnet Donnerstag ab 22 Uhr. Im Sommer ist ab 19 Uhr der Freisitz geöffnet. An den restlichen Tagen der Woche kann der Club gemietet werden.
tv-club-leipzig.de

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Wie lange wird es den TV-Club noch geben? Die Studenten sorgen sich um die Zukunft ihrer Location.
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Draußen rattert die Straßenbahn vorbei, drinnen die Nähmaschine rhythmisch im Takt. Christine Köhler blickt konzentriert auf das Kleid, dessen Kante sie Stück für Stück mit einer neuen Naht versieht. Routine für die Maßschneiderin.

Hosen und Ärmel kürzen, Reißverschlüsse austauschen, Sakkos ändern – jetzt im Sommer hat die 66-Jährige viel zu tun. Fast täglich kommen Kundinnen in die Galerie „Elfstyle“, wie sie ihre Werkstatt getauft hat.

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Sie schätzen die Erfahrung der gelernten Damenmaßschneiderin, die die Kniffe damals in der Leipziger Produktionsgenossenschaft des Handwerks lernte. Dass sie den Beruf ergriffen hat, war der Wunsch ihres Vaters. „Damals hörte man noch auf seine Väter“, sagt die zierliche Frau mit leiser Stimme und lächelt.

Drei Jahre arbeitete Köhler in dem Großbetrieb, machte ihren Meister, erlebte den Zusammenbruch des Betriebs zur Wendezeit. 1992 machte sie sich selbstständig, eröffnete verschiedene Läden, erst in der Jahnallee, dann in der Hainstraße in der Innenstadt, beschäftigte einige Mitarbeiter. Als ein wichtiger Auftraggeber wegbrach, musste sie sich verkleinern und verlegte ihre Werkstatt vor ein paar Jahren nach Gohlis.

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Einmal kam ein Paar aus der Gotik-Szene mit einem wallenden Kleid im viktorianischen Stil in ihren Laden. „Die Kundin bekam das Kleid nicht zu, ich habe dann Stoff an den Seiten eingesetzt. Sie war so glücklich und der Mann ist mir beinahe um den Hals gefallen“, berichtet Köhler.

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Auch Cosplay-Kleider ändert die Schneiderin ab und an, denn sie mag die Herausforderung, die schwierige Passformen mit sich bringen. Manche Kleidungsstücke muss sie komplett umgestalten, damit sie der Trägerin passen. Selten kommt es vor, dass sie sagt: „Da kann ich nichts machen.“ Zu den Klassikern zählt das Hochzeitskleid, das oft im Internet bestellt wird und dann nicht passt. Es umnähen zu lassen, kostet 50 Euro bis 200 Euro. Vier Wochen Zeit sollte man einplanen. Köhler sagt, ihr gefalle die Arbeit mit den Kunden. „Wenn ich die Änderung hinkriege und die Leute glücklich nach Hause gehen, das ist eigentlich das Schönste.“

Momentan sei die Auftragslage gut, sagt Köhler. Die Schneiderin hat viele Stammkunden. Einige entdecken ihr Atelier durch Zufall, die Lage an der großen Straße sei günstig.

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Köhlers Nähmaschinen sind dagegen eine Reise in die Vergangenheit. Sie stammen noch aus DDR-Zeiten, aus jener Zeit, als die Menschen eher Geld für gute Handarbeit ausgaben, sagt sie. „Die Leute hatten öfter mal ein schönes Stück Stoff aus dem Westen und haben sich das dann zu einem Kleid oder einer Bluse schneidern lassen“, sagt sie.

„Nach der Wende gab es massenhaft billige Konfektion.“ Die Aufträge brachen zunächst ein. Heute aber nehmen die individuellen Wünsche wieder zu, hat Köhler festgestellt. Zwei bis drei Maßanfertigungen hat sie meistens in Arbeit – Kostüme, Mäntel, Brautkleider oder Hosenröcke.

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Christine Köhler über ihr Geschäft und die Suche nach einer Nachfolgerin.

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Demnächst würde sich Christine Köhler gern zur Ruhe setzen. Sie sucht einen Nachfolger für ihr Atelier. „Die Werkstatt ist gut ausgestattet und kann so übernommen werden“, sagt die Schneiderin. „Für einen Neuanfang ist das doch ideal.“

Das Atelier „Elfstyle“ liegt an der Georg-Schumann-Straße 149, Haltestelle Wiederitzscher Straße, und ist dienstags bis donnerstag 10 bis 18 Uhr geöffnet.
elfstyle.de

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Gemächlich rollt die alte Bimmel über die Schienen auf der Georg-Schumann-Straße. Der Schaffer läutet die Glocke, dann setzt die alte Dame ihre Fahrt fort. Die Fahrgäste sitzen auf hölzernen Bänken in der historischen Straßenbahn und schauen aus dem Fenster.

Die „Rote“, wie sie damals genannt wurde, rollte schon um die Jahrhundertwende durch Leipzig. Dass sie auch heute noch ab und an auf die Schiene darf, ist jenem Verein zu verdanken, der den historischen Straßenbahnhof in Möckern betreibt. Einmal im Monat holen die Mitglieder die geschichtsträchtigen Gefährte aus dem Depot und lassen sie über Leipzigs Straßen rollen.

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Der Werkstattbulle

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Jens Strobel restauriert historische Straßenbahnen in Leipzig.
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Jens Strobel engagiert sich schon seit 1982 in dem Straßenbahnmuseum. Der 51-Jährige verwaltet als Techniker den aktuellen Fahrzeugpark der Leipziger Verkehrsbetriebe und tüftelt in seiner Freizeit an den historischen Modellen. „Ich bin hier der Werkstattbulle“, sagt er scherzhaft. „Wir wollen den Leuten den Nahverkehr insgesamt nahe bringen“, erklärt er die Aufgabe des Vereins.

Neben den 46 historischen Straßenbahnen, stehen auch acht gummibereifte Fahrzeuge in den verschiedenen Depots des Vereins. Nächstes Jahr soll die Sammlung in das neue Domizil in der Wittenberger Straße wieder unter einem Dach versammelt sein. „Alle diese Bahnen waren mal auf den Schienen in Leipzig unterwegs“, sagt Strobel und zeigt jetzt auf ein Modell, das 1911 in Weimar gebaut wurde und bis in die 1950er-Jahre in Leipzig fuhr.

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Jens Strobel restauriert historische Straßenbahnen in Leipzig.
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Die ältesten Bahnen stammen aus dem Baujahr 1896. Zu ihnen gehört die „Große Leipziger Straßenbahn“, wegen der Farbe ihrer Wagen auch „Die Blaue“ genannt. Sie übernahm Ende des 19. Jahrhunderts das komplette Pferdebahnnetz und elektrifizierte bis 1897 die 50 Kilometer umfassende Streckennetz.

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Konkurrenz machte ihr die „Leipziger elektrische Straßenbahn“, die mit ihren roten Wagen hauptsächlich auf Nebenstraßen und Parallelstrecken fuhr, denn die Hauptverkehrsadern hatte die „Blaue“ bereits besetzt.

Genutzt wurden die Bimmeln damals nur von einer Oberschicht. Die Fahrpreise entsprachen zum Teil dem Stundenlohn eines Arbeiters. „Straßenbahn fahren war anfangs eine teure Sache und ein Privileg der gehobenen Gesellschaft“, sagt Jens Strobel. Erst nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Fahrkarten auch für Normalbürger erschwinglich.

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Jens Strobel über die "Große Leipziger Straßenbahn" und die Aufgabe des Museums.

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Zirkuslöwen, die Fahrgäste angreifen? Ganz so spektakulär war der Vorfall, der sich 1913 in einer Leipziger Straßenbahn ereignete, nicht ... aber fast.

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Der Verein, der das Straßenbahnmuseum am Laufen hält, hat 130 Mitglieder.
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Bis Mitte der 1930er-Jahre waren in Leipzig offene Triebwagen im Einsatz. Dann wurden die Plattformen verglast, „Seitdem musste der Fahrer nicht mehr bei Wind und Wetter draußen stehen“, sagt Strobel. Ein enormer Fortschritt. Vieles verbesserte sich über die Jahrzehnte – die Motoren und die Bremsen etwa. Wurden die Fahrgäste früher in den Kurven durch die Bahn geschleudert, rumpelte es bald weniger stark. Die Bahnen wurden länger, boten mehr Fahrgästen Platz und sie wurden schneller. Ratterten die Straßenbahnen früher mit 30 Kilometern pro Stunde durch die Stadt, sind sie heute mit gedrosselten 50 Kilometern pro Stunde unterwegs, könnten aber 70 Kilometer pro Stunde schaffen.

Auf eine Lieblingsbahn will sich Jens Strobel nicht festlegen. „Jeder Wagentyp hat seinen Charme, jeder vertritt eine ganz bestimmte Epoche“, sagt er. Dem Verein ist es wichtig, von jedem Typ Bahn, der in Leipzig unterwegs war, ein Modell zu besitzen. „Es fehlen ein paar Einzelgänger“, sagt er. Damals wurden einige alte Modelle einfach verschrottet, sind unwiederbringlich verloren. „Wichtig ist uns, dass die großen Serien erhalten bleiben, weil die das Stadtbild geprägt haben.“

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Der Verein, der das Straßenbahnmuseum am Laufen hält, hat 130 Mitglieder.
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Dass die Straßenbahnen früher länger hielten, sei übrigens Quatsch, sagt Strobel. „Die Fahrzeuge wurden damals mit Stoffen gebaut, die nicht für die Ewigkeit gedacht waren“, sagt er: „Holz verrottet, Blech verrostet“. Die Lebensdauer einer Bahn liege damals wie heute bei etwa 30 Jahren. „Dass die Fahrzeuge viel, viel länger gefahren sind, hing auch mit Mangelerscheinungen zusammen.“ Vor allem während und nach den Kriegen konnten die Verkehrsbetriebe keine neuen Bahnen kaufen. Einige Wagen waren nach Modernisierungen über 60 Jahre lang im Einsatz.

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Zu DDR-Zeiten kamen aus der damaligen Tschechoslowakei in den 1970er und 1980er-Jahren große Lieferungen an Tatra-Wagen. „Damit konnten viele Städte ihre Flotte aufbessern“, so Strobel. So mancher Leipziger hat die alten Tatras, die gemütlich über die Gleise rumpeln, ins Herz geschlossen. Dabei gehören sie zu den modernsten Modellen in der Oldtimer-Sammlung des Museums.

Fünf Mal im Jahr, von Mai bis September, öffnet der Verein „Historischer Nahverkehrsmittel Leipzig“ den historischen Straßenbahnhof in Möckern und macht dann auch Sonderfahrten mit über 100 Jahre alten Bahnen. Georg-Schumann-Straße 244, Haltestelle Historischer Straßenbahnhof Möckern strassenbahnmuseum.de

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„Horch was kommt von draußen rein – Hollahi Hollaho, wird wohl mein Feinsliebchen sein – Hollahi jaho“. 14 Sänger schmettern das bekannte Volkslied, bringen die Begegnungsstätte Lebenslust in Wahren zum Erklingen.

Der Chor besteht  zum größten Teil aus Geburtstagskindern. Alle, die im Vormonat ein Jahr älter wurden, sind eingeladen zu der illustren Runde. Es sind vorwiegend ältere Semester, die sich bei Kaffee und Kuchen im Wahrener Treff "Lebenslust" versammelt haben, um gemeinsam Volkslieder zu singen.

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Die Senioren singen zusammen Volkslieder in der Begegnungsstätte "Lebenslust"

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Begleitet wird der Chor von Hobby-Geigerin Kerstin Böhme (52) und Regina Ratzmann am Klavier. Die 69-Jährige ist die ehemalige Kantorin der Wahrener Gnadenkirche.

Der ökumenische Treff, der vor sieben Jahren von vier evangelischen und einer katholischen Gemeinde gegründet wurde, will Menschen aus dem Viertel zusammenbringen. Geboten wird einiges: dienstags das Frühstück für alle, mittwochs der Spieletag, donnerstags die Krabbelgruppe. Außerdem Buchlesungen, Kaffeekränzchen, sonntags das Trauercafé.

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Krystyna Burkhardt (l.) und Marianne Gerstenberger engagieren sich ehrenamtlich in der Begegnungsstätte in Wahren.
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„Es gibt sehr, sehr viele Alleinstehende“, sagt Krystyna Burkhardt. Die gebürtige Polin kam vor 50 Jahren nach Deutschland und engagiert sich seit zwei Jahren ehrenamtlich in der Begegnungsstätte. „Hier treffen sich die Leute, reden miteinander“, sagt die 68-Jährige. „Zu Hause warten auf viele nur die Möbel.“ Die Besucher seien vom Alter her sehr gemischt, von 40 bis 90 Jahren, sagt Burkhardt, die selbst allein lebt. Sie betont, dass der Treff allen offen stehe. Auch sozialschwache Familien und Alkoholiker nutzen das Angebot der Kirche.

Marianne Gerstenberger gehört zu den Ehrenamtlichen, die das Zentrum mit aufgebaut haben. „Die Anfänge waren sehr zögerlich“, erinnert sich die 78-Jährige. Die alte Kneipe, die einst in den Räumen gegenüber des Wahrener Rathauses residierte, möbelten die Ehrenamtler zu einem gemütlichen Treffpunkt um – der anfangs allerdings kaum angenommen wurde. Erst das kostenlose Frühstück lockte Interessierte in die Begegnungsstätte. Nach und nach kamen immer mehr Leute in das „Wahrener Wohnzimmer“, so Gerstenberger. Heute hat der Treff seinen festen Platz im Viertel gefunden. Der Chor setzt wieder ein. Ein letztes Ständchen geben die Senioren noch zum Besten, bevor sie sich über die Kaffeetafel hermachen: „Kein schöner Land in dieser Zeit, als hier das unsre weit und breit“.

Der Ökumenische Leib- und Seele-Treff ist in der Georg-Schumann-Straße 326, Haltstelle Wahren. Geöffnet ist dienstags und donnerstag von 9.30 Uhr bis 17 Uhr, mittwochs von 10 bis 17 Uhr. sophienkirchgemeinde.de

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Krystyna Burkhardt (l.) und Marianne Gerstenberger engagieren sich ehrenamtlich in der Begegnungsstätte in Wahren.
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Lancelot dreht entspannt seine Runden. Ruhig lässt das Pferd alles über sich ergehen, was auf seinem Rücken passiert: Drehungen und weitere akrobatische Übungen veranstalten die kleinen Reiter auf dem Voltigierpferd. Zum Schluss springen sie mit einem Hops in den Sand der Reithalle.

Ferienprogramm beim Verein „Gesundheitssport Sankt Georg“, der in Leipzig-Stahmeln, unweit der Haltestelle Pittlerstraße sein Domizil hat. Auf dem einen Hektar großen Areal leben 14 Pferde, das älteste ist eine 32 Jahre alte Trakehnerstute.

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Reitlehrerin Sandra Szklany betreut die 20 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis 14 Jahren, die den Kompaktkurs eine Woche lang besuchen. Gemeinsam mit den Kids wird das Pferd geputzt und ihm Gurte angelegt. Dann geht es in die Reithalle zum Voltigieren. „Den Kindern die Freude am Pferd und an der Bewegung beizubringen, das ist das Ausschlaggebende“, sagt die 39-Jährige, während sie Lancelot durch die Halle führt. Viele Kinder bewegten sich heutzutage zu wenig, warnt die Pferdewirtin. Das wolle man hier ändern.

Die jungen Kursteilnehmer sind beeindruckt von den Tieren. „Beim ersten Mal ist es schon komisch, auf so einem großen Pferd wie Lancelot zu reiten und darauf noch Kunststücke zu machen“, sagt die neunjährige Mia Rosa Göpfarth. „Ich hab aber noch kein Kind gesehen, das abgerutscht ist.“ Auch Pauline Schmieder ist bisher noch nicht vom Pferderücken gefallen. „Als ich Lancelot das erste Mal gesehen hab, da hatte ich schon Respekt vor ihm“, erklärt die Achtjährige. „Aber als ich dann hier war, hatte ich keine Angst mehr.“ Wenn man die Mädels fragt, ob sie nun weitermachen wollen mit dem Reiten, erschallt ein kleiner Chor aus „Ja-Schreien.“ Wendy lässt grüßen.

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Reitlehrerin Sandra Szklany über die Übungen auf dem Pferderücken

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Das sagen die Ferienkinder über den Reitkurs.

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Doch der Reitkurs ist mehr als ein bisschen Ferienbespaßung für die Jüngsten. Der Verein bietet den Kurs als Gesundheitsprävention an, er wird von den Krankenkassen gefördert. „Die Beziehung zum Pferd ist das Besondere“, erklärt Vereinsvorsitzende Sigrid Neubert. Es ist schwieriger auf einem Pferd zu turnen, das sich unter einem bewegt als auf einer Gymnastikmatte.

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Mit Hilfe einer Leiter geht es auf den Rücken von Pferd "Lanzelot", auf dem Kunststücke geturnt werden.
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Neben den verschiedenen Reitkursen für Jung und Alt bietet der Verein auch Pilates, den Kampfsport Tai Chi oder „Drums alive“, das Trommeln auf Bällen an. Der Gymnastikraum hat Fußbodenheizung. Mit dem Gesundheitssport grenzt man sich auch gegen andere Leipziger Reitvereine ab, er ist ein Alleinstellungsmerkmal.

Doch die Kurse tragen auch dazu bei, den Verein zu finanzieren, betont Sigrid Neubert. Der Rest kommt zum größten Teil von den Beiträgen der 70 Reiter und 30 Rehasportler, die Mitglied sind. Ohne die Arbeit der Ehrenamtlichen würde das Projekt ohnehin nicht funktionieren. „Die Pferde müssen jeden Tag bewegt werden“, sagt die 75-Jährige, die sich ebenfalls ehrenamtlich einbringt und jetzt durch die Ställe führt. „Hier ist die Araberstute Sizilia, unsere Hübsche“, sagt sie und zeigt auf eine Box. Die Kinder bereiten sich unterdessen auf ihre große Show vor. Jetzt zum Ende der Ferienwoche zeigen sie ihre Akrobatik-Künste ihren Eltern. Auch Lancelot wartet auf seinen großen Auftritt. Danach gibt es erst mal was zu fressen.

Gesundheitssport Sankt Georg, Georg-Schumannstr. 416, Haltestelle Pittlerstraße gesundheitssport-stgeorg.de





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Mit Hilfe einer Leiter geht es auf den Rücken von Pferd "Lanzelot", auf dem Kunststücke geturnt werden.
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Mitten auf einer grünen Wiese ragt er unvermittelt in den Himmel: der Bismarckturm in Leipzig-Lützschena. Etwa zehn Minuten Fußweg sind es von der Haltestelle Hänichen bis dorthin, über schöne Allee gelangt man zu dem 30 Meter hohen Koloss aus Stahlbeton.

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Kerstin Hillmann ist die Chefin des Bismarckturmvereins von Lützschena-Stahmeln, der sich um das Denkmal kümmert.
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Am Fuße des Turms steht Kerstin Hillmann, Vorsitzende des Bismarckturm-Vereins Lützschena-Stahmeln. „Uns liegt daran, dass der Turm so ein bisschen im Gedächtnis der Leute bleibt“, sagt die 55-Jährige. Unter den Türmen Leipzigs gerate dieser am Rande der Stadt schnell in Vergessenheit. Dabei blickt er auf eine bewegte Geschichte zurück, überdauerte fast unbeschadet die Jahrzehnte. „Diese Betonbauweise sieht zwar spartanisch aus, ist aber sehr standhaft“, sagt Hillmann.

Ein Blick zurück: Um die Jahrhundertwende macht sich die Studentenschaft dafür stark, dass deutschlandweit Bismarcktürme errichtet werden – zu Ehren des ehemaligen Reichskanzlers. Der Großbauer Otto Erler stellt der Stadt Leipzig das Gelände in Lützschena 1914 zur Verfügung. Die Bürger spenden für den Bau, der 1915 eingeweiht wird. Oben wird eine Feuerschale befestigt. „Irgendwann wollte man alle Bismarcktürme mit Hilfe eines Feuers oder eines anderes Signals miteinander verbinden“, erklärt Hillmann. „Deshalb stehen sie oft auf einen Hügel.“ Der Leipziger Bismarckturm ist einer von insgesamt 124, die nach 1890 in der Bundesrepublik errichtet werden.

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Kerstin Hillmann ist die Chefin des Bismarckturmvereins von Lützschena-Stahmeln, der sich um das Denkmal kümmert.
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Zu DDR-Zeiten tauft man ihn in „Turm des Friedens“ um. Da er keinen Wasser- und Stromanschluss hat, wird er aber kaum genutzt und verwahrlost. Die Lützschenaer Jugendlichen betrachten ihn als Abenteuerspielplatz, treffen sich zum Grillen hier. „Einige kletterten über eine Feuerleiter bis ganz nach oben, setzten sich in die drei Meter breite Feuerschale und haben dort Skat gespielt“, erzählt Kerstin Hillmann.

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Seit der Wiedervereinigung kümmert sich der Verein mit seinen aktuell 52 ehrenamtlichen Mitgliedern um den Turm. Sie verlegten Strom, installierten einen Gastank, sodass heute eine Turmflamme erzeugt werden kann.

Vor zwei Jahren ließ man die untere Wandelhalle neu streichen und Plexiglasplatten vor die Infotafeln schrauben. Besucher können seitdem auch eine neue Büste aus Gussbeton bewundern, die der Leipziger Künstler Dietmar Lenz angefertigt hat.

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Kerstin Hillmann über die Rolle des Bismarckturms heute.

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Gruselig: Durch diesen engen, dunklen Gang krabbelten früher einige Jugendliche auf die andere Seite des Turms - als Mutprobe.
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Doch es ist noch viel zu tun. Der Turm ist undicht, es regnet hinein. Im oberen Teil sind die Wände mit Farbe beschmiert. „Wir würden die Sanierung gern weiterführen, aber uns fehlen die Mittel“, sagt Hillmann, seufzt und öffnet dann die Tür zu einem schmalen Gang, der die Wandelhalle einmal umrundet. Die Wände sind von schwarzem Schimmelpilz überzogen, eine tote Spinne hängt in ihrem Netz fest. Durch einen engen stockdunklen Durchgang kann man hinter Halle auf die andere Seite krabbeln, wo sich ein zweiter Raum anschließt. „Gespenstisch, oder?“, sagt die Vorsitzende. „Das haben damals viele als Mutprobe gemacht.“

Dann erzählt Hillmann noch eine Legende, die sich um den lange Zeit verlassenen Turm rankt. „Es ging die Kunde, dass es hier einen Geheimgang gibt“. Tatsächlich grub man ein bisschen und fand eines Tages eine Bautür im Sockel des Turmes. Von einem geheimen Gang war allerdings nichts zu entdecken. „Alles Quatsch“, konstatiert Hillmann und erklimmt nun die 124 Treppenstufen, die nach oben führen. Fliegen, Käfer und Motten stapeln sich auf der Treppe, ihre Stimme erschallt als Echo wider. „Der Turm hat eine hervorragende Akustik“, sagt sie. Der Schkeuditzer Chor „Molto Vokale“ ist hier schon oft aufgetreten.

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Gruselig: Durch diesen engen, dunklen Gang krabbelten früher einige Jugendliche auf die andere Seite des Turms - als Mutprobe.
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Kerstin Hillmann hat ein bisschen Höhenangst, aber sie überwindet sich, bis nach oben zu steigen. Belohnt wird man dort mit einem tollen Ausblick: Zu sehen ist der Uni-Riese, die alte Sternburg-Brauerei, das Völkerschlachtdenkmal sowie DHL und Porsche. Bei guter Sicht ist sogar der Petersberg bei Halle zu erkennen – auf ihm steht schon der nächste Bismarckturm.

Von Mai bis September hat der Leipziger Bismarckturm sonntags von 14 bis 16 Uhr geöffnet. Der Verein organisiert im Laufe des Jahres verschiedene Veranstaltungen von Crosslauf, über Konzerte bis zur Sonnenwendfeier. bismarckturm-verein.de

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Texte und Video-Interviews: Gina Apitz
Fotos und Videodreh: Dirk Knofe
Schnitt: Leipzig Fernsehen
Konzept, Produktion: Gina Apitz

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Übersicht

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Kapitel 2 Die Gaststätte "Grüne Eiche"

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Kapitel 3 Der Eisladen

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Kapitel 4 Der Straßenbahnfahrer der Linie 11

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Kapitel 5 Die Schmuckdesignerin

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Kapitel 6 Die Fahrgäste

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Kapitel 7 Der TV-Club

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Kapitel 8 Die Maßschneiderin

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Kapitel 9 Das Straßenbahnmuseum

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Kapitel 10 Treff "Lebenslust"

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Kapitel 11 Reitverein

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Kapitel 12 Der Bismarckturm

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Kapitel 13 Das Straßenbahnlied

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