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Futuristisch

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Drei Zimmer, Küche, Bad - das reicht manchen Menschen in und um Leipzig nicht aus. Sie haben sich ein Heim geschaffen, das alles andere als gewöhnlich ist. Die multimediale Serie "Ungewohnt" gibt Einblicke in sieben ganz besondere Häuser. Der dritte Teil: ein supermodernes Niedrigenergiehaus im ländlichen Kuckeland.

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Darum aufzufallen ging es Klaus und Christine Dermann nicht als sie ihr Haus in die dörfliche Idylle von Kuckeland bauten. Und doch sticht es im Bild des kleinen Örtchens deutlich hervor. An einen Hang gebaut, ragt ihr dunkelgraues Eigenheim futuristisch in die Höhe. Zur Straße hin fast verschlossen, tut sich hinter ein paar Bäumen versteckt an der Front des Gebäudes eine riesige Fensterfront auf. Innen ist alles hell und freundlich. Ganz anders als es der erste Blick erahnen lässt.

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Die große Fensterfront sorgt für einen tollen Ausblick ins Grüne und viel Licht im Inneren des Holzständerhauses.
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„Man sieht es nicht gleich, aber es handelt sich hier um ein Holzständerhaus“, erklärt die Hausherrin. Lediglich die Fassade und zwei tragende Balken sind aus Metall. „Wir haben eine hinterlüftete Fassade, im Winter ist es dadurch wärmer und im Sommer kühler“, erklärt die 73-Jährige. Die Ecken des Hauses, das neben einem Keller über zwei Etagen verfügt, sind abgerundet. „Das hat den Architekten überfordert, wir haben ihn ausgetaucht“, so Christine Dermann. 13 Jahre alt seien die Pläne für das Haus, eingezogen sind die beiden vor 10 Jahren.

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Die große Fensterfront sorgt für einen tollen Ausblick ins Grüne und viel Licht im Inneren des Holzständerhauses.
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Im Obergeschoss hat Klaus Dermann sich ein großzügiges Büro eingerichtet. Die Familie legt Wert auf offene, helle Räume.
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So recht erklärt sich auf den ersten Blick nicht, wieso ein derart modernes Haus, das von innen nicht minder weltgewandt wirkt wie von außen, ausgerechnet in den Tiefen des Landkreises Leipzig steht. Zwei triftige Gründe haben die Dermanns zur Wahl ihres Alterswohnsitzes bewegt. Klaus Dermann ist als erfolgreicher Physiker mit seiner Familie häufig umgezogen. „Ich wollte, dass er Anschluss findet und nicht in der anonymen Stadt untergeht“, erklärt seine Frau, die zwischen Kuckeland und Dresden pendelt, da sie dort ein Geschäft führt. In einem Ort, der kaum 50 Einwohner zählt, so hat es sich bestätigt, findet man schnell Anschluss. „Die haben eine richtige Rentnergang“, witzelt Frau Dermann.
  

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Im Obergeschoss hat Klaus Dermann sich ein großzügiges Büro eingerichtet. Die Familie legt Wert auf offene, helle Räume.
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Die Dermanns experimentieren mit Farben und Stilen. Hausherrin Christine wirft ungern Dinge weg.
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Der zweite Grund ist Christine Dermanns Verbundenheit zu Kuckeland. Denn dort, wo heute ihr futuristischer Bau steht, wohnte einst ihre Großmutter in einem Fachwerkhaus. „Das wurde zu DDR-Zeiten abgerissen, das hat mich sehr geärgert“, bedauert sie. Heute erinnert eine kleine „Sicherheitsecke“ am Fuße der Treppe im Haus an ihre Großmutter, die hatte für Stromausfälle immer Kerzen und Zündhölzer zur Hand – genau wie die Dermanns heute. Außerdem stehen dort zwei Feuerlöscher parat. „Wie gesagt, es handelt sich um ein Holzhaus. Da muss man schnell reagieren können“, kommentiert Herr Dermann.

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Die Dermanns experimentieren mit Farben und Stilen. Hausherrin Christine wirft ungern Dinge weg.
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Die Schienen, auf denen die wenigen Türen im Haus entlang gleiten, sind Sonderanfertigungen.
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Im Erdgeschoss befindet sich ein abgetrennter Gästebereich, der sogar über eine eigene Eingangstür verfügt. Außerdem eine freundliche offene Küche, die in einen Wohn- und Essbereich mündet. Gekrönt wird die warme Offenheit durch einen Panoramablick ins Grüne. Die Einrichtung ist sehr individuell, geprägt durch gezielt eingesetzte Stilbrüche. So steht gegenüber einer Kücheninsel, die die Dermanns aus alten Hängeschränken haben anfertigen lassen, ein quietschgrünes antikes Sofa. „Das hatte einer unserer drei Söhne früher in seinem Kinderzimmer“, erzählt Christine Dermann. Auf dem Sofa sitzt eine Skulptur mit einer Handtasche. „Das ist der Besuch der alten Dame.“ Die Tapete ist ebenso farbenfroh wie das Sofa. „Mein Mann hat einen Pullover in der Farbe, er mag es bunt.“

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Die Schienen, auf denen die wenigen Türen im Haus entlang gleiten, sind Sonderanfertigungen.
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Die große Standuhr im Bad der Dermanns ist ein Küstenkind.
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Was die Dermanns nicht mögen, sind Türen. Deshalb gibt es davon kaum welche in ihrem Haus. „Wir haben die schon früher immer ausgehängt. Wir mögen es offen“, sagt Klaus Dermann. Hinter ’seiner’ bunten Küchenwand führt eine Treppe ins Obergeschoss, das von einem großen Büro dominiert wird – auch hier wird die Arbeit mit einem Blick aus Panoramafenstern belohnt.

In einer Ecke steht ein kunterbuntes Regal, das man eher bei Pippi Langstrumpf erwarten würde. Es gibt dem geschäftigen Raum eine humorvolle Komponente. „Das haben wir im Frankreichurlaub gekauft und auf dem Autodach nach Deutschland gebracht“, sagt Klaus Dermann mit einem breiten Grinsen. 

Ebenso unerwartet erblicken Besucher eine riesige Standuhr im Badezimmer. „Die Uhr kommt aus Südengland, sie ist feuchte Luft gewöhnt. Das Holz verzieht sich im trockenen“, erklärt Christine Dermann, die laut Aussagen ihres Mannes nichts wegwerfen kann und für alles eine stilvolle Verwendung findet.

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Die große Standuhr im Bad der Dermanns ist ein Küstenkind.
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Kein einziges Fenster im Haus hat Standardmaß - die Dermanns haben sich ihr ganz individuelles Zuhause geschaffen.
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Im Schlafzimmer treffen sich individuell angefertigte Möbel mit Schränken, die Christine Dermann eigens mit japanischem Zeitungspapier beklebt hat. Nichts in Kuckelands auffäligstem Gebäude ist Standard, das wird bei einem Streifzug durch die Räume klar. „Wir haben kein einziges Fenster mit Standardmaß“, sagt die Hausherrin beispielsweise. Für manch einen mag das moderne Haus nicht recht zum fortgeschrittenen Alter der Bewohner passen, doch tatsächlich haben diese sich auch aus Altersgründen für genau dieses Haus entschieden. „Wir können hier einen Treppenlift anbringen und das Haus ist, so wie es ist, fertig. Kein Anbau mehr, kein Umbau“, erklärt Christine Dermann. Dann ergänzt sie: „Und wir sind, wie wir sind und kümmern uns nicht darum, was andere von uns erwarten.“ Und so entstand in Kuckeland ein unerwartetes architektonisches Highlight.

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Kein einziges Fenster im Haus hat Standardmaß - die Dermanns haben sich ihr ganz individuelles Zuhause geschaffen.
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Video-Interview und Text:
Nathalie Helene Rippich
Fotos und Video: Dirk Knofe
Schnitt: Felix Ammenn (Leipzig Fernsehen)
Grafik: Patrick Moye
Themenidee: Tatjana Kulpa
Konzept und Produktion: Nathalie Helene Rippich, Gina Apitz


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